Die Hüter des weißen Goldes, Gegenzug, Foto Martin Seifried - www.dualpixel.at

Hüter des weißen Goldes

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    Die Hüter des weißen Goldes

    Das „weiße Gold“ Salz hat Städten und Händlern einst zu Reichtum verholfen. Keineswegs aber den Schiffleuten, die es über Jahrhunderte auf den Flüssen, besonders auf dem uralten Handelsweg Traun vom Salzkammergut bis zur Mündung in die Donau transportierten. Der Beruf war anstrengend, gefährlich und reich an Entbehrungen.

    Seit 1311 ist die Salzschifffahrt auf der Traun eng mit Stadl-Paura verbunden. Hier wurde das Salz aufgrund des seichteren Gerinnes von Fuderzillen auf größere Salztrauner verladen. Das ganze Jahr über waren hier
    einst 220 Schiffer beschäftigt. Beim Umschlag des „weißen Goldes“ aus dem Salzkammergut waren die Salzstadeln wichtig. Der Ortsname unterstreicht die besondere Bedeutung.

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    Mit dem Bau der Eisenbahnen wurde das langsame Ende der Schiffer eingeläutet.
    Dennoch begegnet man heute der Schiffertradition dank des Schiffervereines vielfach bei Festen
    in Stadl-Paura, so sehr wie in keinem zweiten Ort.

    Spektakulärer Gegenzug

    Wegen des enormen Holzverbrauches ordnete Kaiser Maximilian I. den Gegentrieb der Holzschiffe an, mit denen das Salz bis zur Donau transportiert wurde. Die Schiffe waren an der Endstation meist verkauft und als Brenn- oder Bauholz verwendet worden. Aber erst Ferdinand I. setzte den Gegentrieb um, „damit die Wälder in Hallstatt nicht verwüstet und verödet werden“. 1590 begann der Gegentrieb, oft wurden dabei Lebensmittel, vorwiegend Hofkorn, transportiert. Das „Troadln mit vier vorgespannten Pferden auf der Äußeren Traun unterhalb von Stadl-Paura besorgten meist Bauern aus Wels und Lambach. Der letzte Troadlzug ist mit 25. Juni 1864 datiert.
    Der Schifferverein veranstaltete im Jahr der Landesausstellung „Mensch & Pferd“ 2016 erstmals wieder Gegenzüge mit Mitfahrgelegenheiten in einem historischen, 23 Meter langen Salztrauner. Das einzigartige wie prächtige Schauspiel wiederholt sich nun alljährlich.

    Die Traun in Flammen

    Einmal pro Jahr, zum Auftakt des traditionellen Schifferfestes, steht in Stadl-Paura die „Traun in Flammen“. Fackelfeuer, Funken und Licht in allen Farben spiegeln sich im Wasser wider und erhellen den stahlblauen Abendhimmel. Höhepunkt der kleinen Schiffsparade ist der mächtige
    Salztrauner. Ein Fest fürs Auge!

    Schiffleutmuseum und Salzstadeln

    Das ehemalige Geburtshaus des Abtes Maximilian Pagl (*1668), der die Dreifaltigkeitskirche erbauen ließ, wurde vom Schifferverein in ein kleines, feines Museum umgewandelt. Darin findet man alles über den Salz-Umschlagplatz Stadl-Paura, die Salzschifffahrt, Salzstadeln, Flößerei und den Schiffsbau auf der Traun. Natürlich erfährt man auch allerhand über die Schifferzunft und das karge Leben der Schiffleut – und was es mit den Paraderudern auf sich hat. Eine spannende Zeitreise ist in diesem
    Haus garantiert. Nach 100 Jahren Pause stehen an historischer Stelle wieder zwei Salzstadeln. Einer beherbergt den Salztrauner, der andere steht für Feste wie bei den Gegenzügen und Ausstellungen zur Verfügung.